Pressemitteilung

Mit freien Daten zu rollstuhlgerechteren Nachbarschaften

Screenshot einer Karte auf der manche Bereiche rot eingefärbt sind.

[Berlin, 17.2.2022] – Dem Berliner Verein Sozialheld*innen ist es im Rahmen des Projekts “Miki – Mobil im Kiez” zum ersten Mal gelungen, auch für Wege und Flächen sichtbar zu machen, wie gut sie mit einem Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator passierbar sind. Bisher hatte sich der Verein mit seiner Online-Karte Wheelmap darauf konzentriert, den Zugang zu einzelnen Orten mit einem Ampelsystem anzuzeigen.

“Kopfsteinpflaster, Schotter oder Rasen können für mich und meinem Rollstuhl auf dem Weg zu einem Restaurant, in dem ich noch nie war, eine Hürde sein”, sagt Raul Krauthausen, Gründer der Sozialheld*innen. “Dass ich mir jetzt vorher anschauen kann, wie rollstuhlgerecht die Umgebung des Restaurants ist, ist wirklich hilfreich.”

Um Daten zur Beschaffenheit von Wegen und Flächen sichtbar zu machen, haben die Sozialheld*innen einen Online-Karten-Prototyp geschaffen, in den Daten aus der OpenStreetMap einfließen. “Wir haben ausführlich nach Datenquellen zur Bodenbeschaffenheit recherchiert und was wir bei der OpenStreetMap gefunden haben, ist wirklich unglaublich”, sagt Holger Dieterich, Leiter des Projekts und Vorstand der Sozialheld*innen. Details zu Bodenbelägen, Stufenanzahl an Hauseingängen und sogar im Inneren von Gebäuden können der Karte entnommen werden. “Es sind einfach unfassbar viele Datendetails in der OpenStreetMap gespeichert, die niemand sieht. Wir haben diese Daten jetzt quasi übersetzt und nutzbar gemacht.” Auch hier haben die Sozialheld*innen wieder auf ein Ampelsystem gesetzt: Flächen und Wege, die mit einem Rollstuhl schwer oder nicht befahren werden können, erscheinen auf der Karte in Rot, passabel befahre Strecken in Orange und rollstuhlgerechte Abschnitte in Grün.

Zur Entwicklung des Prototyps hatten die Sozialheld*innen Menschen mit Behinderungen befragt. Dabei zeigte sich, dass die Bodenbeschaffenheit, Steigung, Durchgangsbreite und Bordsteinkanten wichtige Informationen für die Navigierbarkeit eines Weges sind. Diese können aber bisher kaum recherchiert werden. Bisher nutzen die Befragten daher Fahrrad-Routing-Systeme und Satellitenbilder, um die Barrierefreiheit einer Nachbarschaft einschätzen zu können, oder fragten Menschen, die bereits dort gewesen sind. Dieser Aufwand wird mit der neuen Darstellung von Barrierefreiheits-Informationen durch das Projekt “Miki” jetzt reduziert.

Noch sind die Daten aus dem Prototyp des Projekts “Miki” nicht in der Online-Karte Wheelmap verfügbar. “Mittelfristig werden wir die Informationen über die Barrierefreiheit von Wegen und Flächen auch in der Wheelmap anzeigen können – und das dann sogar weltweit”, so Holger Dieterich.

Das Projekt “Miki – Mobil im Kiez” wurde im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt 50.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Am 16.3.2022 um 10:30 Uhr findet ein Online-Event statt, bei dem wir die Ergebnisse des Projekts öffentlich vorstellen. Wer daran teilnehmen möchte, kann eine formlose E-Mail mit dem Betreff “Abschlussevent von Projekt Miki” an [email protected] senden, um sich anzumelden. Einen Link zur Online-Veranstaltung erhaltet ihr nach eurer Anmeldung per E-Mail. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Über die Sozialheld*innen

Die Sozialheld*innen arbeiten seit über 15 Jahren an Lösungen für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit. Als Expert*innen in eigener Sache starten sie politische Kampagnen, entwickeln Apps und Technologien und geben ihr Wissen an Unternehmen und Organisationen weiter. So treibt der Berliner Verein das Disability Mainstreaming voran. Dafür wurden die Sozialheld*innen unter anderem mit dem Deutschen Engagementpreis, dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis, dem Deutschen Bürgerpreis und dem Smart Accessibility Award ausgezeichnet. Gründer des Vereins ist der bekannte Inklusions-Aktivist Raul Krauthausen, der für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Wheelmap.org, die Online-Karte für rollstuhlgerechte Orte, ist das größte und bekannteste Projekt des Vereins. Mehr über die Sozialheld*innen und ihre weiteren Projekte erfahren Sie hier: www.sozialhelden.de

Über das Förderprogramm mFUND des BMVI

Im Rahmen des Förderprogramms mFUND unterstützt das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Innovationen für die Mobilität 4.0. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und die Bereitstellung von offenen Daten auf dem Portal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter www.mfund.de.

Pressekontakt

Simone Katter 

Leitung Kommunikation 

[email protected]

Tel.: +49 (0) 30 24301 1912

SOZIALHELDEN e.V.
c/o ImmoScout24
Invalidenstraße 65
10557 Berlin

Simon trägt einen pinken Pulli, Brille und lockiges Haar und lächelt in die Kamera.

Über die Sozialhelden

Die Sozialheld*innen arbeiten seit über 15 Jahren an Lösungen für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit. Als Expert*innen in eigener Sache starten sie politische Kampagnen, entwickeln Apps und Technologien und geben ihr Wissen an Unternehmen und Organisationen weiter. So treibt der Berliner Verein das Disability Mainstreaming voran. Dafür wurden die Sozialheld*innen unter anderem mit dem Deutschen Engagementpreis, dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis, dem Deutschen Bürgerpreis und dem Smart Accessibility Award ausgezeichnet. Gründer des Vereins ist der bekannte Inklusions-Aktivist Raul Krauthausen, der für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Wheelmap.org, die Online-Karte für rollstuhlgerechte Orte, ist das größte und bekannteste Projekt des Vereins. Mehr über die Sozialheld*innen und ihre weiteren Projekte erfahren Sie hier: www.sozialhelden.de

Wheelmap Texte & Zitate

Sie möchten über Wheelmap berichten? Hier finden Sie neben Zahlen, Daten und Fakten auch Zitate vom Wheelmap-Erfinder und Aktivisten Raúl Krauthausen.

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Über Menschen mit Behinderung berichten

Über das Sozialhelden-Projekt Leidmedien.de geben wir praktische Tipps für die Berichterstattung über Menschen mit Behinderung. So vermeiden Sie, dass Sie Rollstuhlfahrer*innen aus Versehen „an den Rollstuhl fesseln“.

Pressebilder zum Projekt Wheelmap

Bilder aus der aktuellen Arbeit von Wheelmap.org sowie Screenshots und die App in Action stehen für die redaktionelle Nutzung in der Fotodatenbank für neue Perspektiven, Gesellschaftsbilder.de bereit.