Im Mai brachen vor allem Engagierte im Süden Deutschlands zu Mapping-Aktionen auf. Die einen hatten ihren Bürgermeister dabei, die anderen ihren Landrat. So gaben die beteiligten Menschen mit Behinderung die Fundstellen mangelnder Barrierefreiheit direkt an die anwesenden Politik*innen weiter. Wieder andere legten den Schwerpunkt auf eine feucht-fröhliche Gestaltung ihres Events.

Teilnehmer*innen bei der Schulaktion im Landkreis Reutlingen vor einem Briefkasten

Die Mapper deutschlandweit haben im Mai Einiges auf die Beine gestellt:

Zunächst haben Schüler*innen in Römerstein, Landkreis Reutlingen, im Rahmen des Projekts “Wheelmap macht Schule”, 20 Orte mit Hilfe der Wheelmap überprüft. Außerdem gehörte ein Podiumsgespräch zum Programm, an dem auch Landrat Thomas Reumann teilnahm.

Susanne Blum, die Leiterin der Inklusionskonferenz Reutlingen, begleitete als Hauptverantwortliche die gesamte Aktion. Für sie sei wichtig, dass jeder Mensch ein Recht auf Teilhabe habe. “Wir als Landkreis wollen dazu beitragen, allen Menschen die gleichen Rechte und Chancen einzuräumen”, sagte sie der Südwestpresse

Von Baden-Württemberg nach Bayern

Auch nebenan in Bayern, im Landkreis Ebersberg, wurde fleißig gemappt. In der Gemeinde Steinhöring waren auch der Bürgermeister Alois Hofstetter und andere Landräte dabei – denn der Rundgang, bei dem zwei Bewohner*innen mit Rollstuhl des Steinhöringer Einrichtungsverbundes (EVS) sowie zehn weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, war gleichzeitig Start einer größeren, landkreisweiten Aktion: In jeder Gemeinde im Landkreis Ebersberg soll in den kommenden zwei Jahren ein solcher Spaziergang mit dem Fokus auf Barrierefreiheit stattfinden.

Beim Rundgang in Steinhöring, den die Teilnehmer*innen auch in Rollstühlen absolvierten, um so noch mehr für Barrieren sensibilisiert zu werden, bekamen die Politiker*innen vor Ort einen direkten Eindruck über die fehlende Barrierefreiheit. So diskutierten z.B. die Beteiligten mit Bürgermeister Hofstetter das alltagspraktische Problem von zu hohen Bordsteinkanten und wer dafür zuständig ist, dieses Hindernis zu beseitigen.

Werner Retzlaff, Initiator der Aktion, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Es kam zu einem Perspektivwechsel und zum Umdenken, äußerte er gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Feiern und Mapping

Noch ein kleines bisschen südlicher im Städtchen Kempten im Allgäu gab es im wahrsten Sinne des Wortes eine feucht-fröhliche Aktion: Mitglieder*innen des Rotaract-Clubs, der Jugendorganisation des wohltätigen Rotary Clubs, haben zusammen mit Student*innen der Hochschule Kempten die Zugänglichkeit des Nachtlebens der Stadt gemappt. Dafür besuchten sie zehn Bars. Auf Facebook berichteten sie über ihre Aktion und erstellten dafür sogar ein Facebook-Live-Event.

Wir sind schon sehr gespannt, welche Nachrichten und Gestaltungsformen von Mapping-Events mit der Wheelmap uns in den kommenden Monaten ereilen werden…

Foto: Landratsamt Reutlingen, 2017

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