Ihr habt Lust, mit Rollstuhl auf Entdeckungstour im Saarland zu gehen? Unser Wheelmap- und Rampenbotschafter Winfried Hoffmann hat für euch eine Tour mit Rollstuhl für Saarlouis zusammengestellt, die keine der schönen Sehenswürdigkeiten auslässt.

Tafel mit Altstadt-Karte von Saarlouis

Saarlouis – eine Kleinstadt an der malerischen Alten Saar und nur einen Katzensprung von Frankreich entfernt. Hier kennt sich unser Wheelmap-Botschafter Winfried Hoffmann aus und weiß, was für Besucher*innen mit Rollstuhl sehenswert ist. Er hat euch eine ausführliche Tour zu den schönsten Fleckchen der Stadt aufgeschrieben.

Anreise

Mit dem Zug

Ankunft: Hauptbahnhof Saarlouis-Roden
Umstieg auf dem Bahnhofsvorplatz und Weiterfahrt mit dem Bus Richtung Innenstadt zum ZOB Kleiner Markt Saarlouis. Den Fahrplan für ÖPNV im Saarland gibt es bei saarvv.

Mit dem Auto

Kaiser-Friedrich Ring 1, Busbahnhof – ZOB Kleiner Markt Saarlouis, Behindertenparkplätze und eine rollstuhlgerechte Toilette am Busbahnhof sind vorhanden.

Vom Kleinen Markt zum Aussichtspodest Schleusenbrücke

Länge ca. 1,6 km

Route: ZOB Kleiner Markt Saarlouis – Französische Straße – Großer Markt – Ludwigskirche – Rathaus – Kasematten – Deutsches Tor – Vaubanstraße Ecke Anton Merziger Ring – Bastion VI – Aussichtspodest an der Schleusenbrücke – Holtzendorffer Straße – Gaswerkstraße

Blick auf den Ticketschalter am Busbahnhof des Kleinen Marktes

Wir starten unsere Stadttour durch die heimliche Hauptstadt des Saarlandes am ehemaligen Kleinbahnhof und heutigen ZOB Kleiner Markt Saarlouis. Am Busbahnhof angekommen sehen wir gegenüber die Statue „Der Dreissiger“. Hier am Ende der Französischen Straße war auch früher das „Französische Tor“. Links vorbei kommen wir direkt auf den „Kleinen Markt“ .

1. Kleiner Markt und Französische Straße

Wir überqueren den „Kleinen Markt“ und schon befinden wir uns in der Fußgängerzone und Einkaufsmeile Französische Straße. Viele der Geschäfte und Cafés sind mit Rollstuhl zugänglich. Auf halber Strecke zum „Großen Markt“ sehen wir in der Fußgängerzone einen großen Glaspavillion mitten auf der Kreuzung. Dort finden auch immer wieder Veranstaltungen statt.

Vom Glaspavillon aus gelangt man direkt in die Altstadt, welche westlich der Fußgängerzone liegt. Der Boden dort im Zentrum der Altstadt besteht zum Teil aus historischem Kopfsteinpflaster und ist mit dem einfachen Rollstuhl nicht gut befahrbar. Es lohnt sich trotzdem dort mal reinzuschauen. Mit einem guten Elektro-Rollstuhl kann man langsam durch die Altstadt fahren. Im Randbereich ist der Boden wie auch in der Fußgängerzone rollstuhlgerecht angelegt.

2. Großer Markt, Brunnen und Ludwigskirche

Wenn wir auf nun auf der Französischen Straße weiterbewegen, gelangen wir zum „Großen Markt“ der beidseitig der Straße als Parkplatz und Veranstaltungsplatz dient. Der „Große Markt“ war früher der Paradeplatz der französischen Garnisonsstadt. Straßenbahnen fuhren vom ehemaligen Kleinbahnhof am „Kleinen Markt“ durch die Französische Straße, die den „Großen Markt“ teilt, weiter über die Deutsche Straße, Holtzendorffer Straße Richtung Hauptbahnhof in Saarlouis-Roden. Sehenswert ist die „Alte Kommandantur“ an der Westseite vom „Großen Markt“, hier befindet sich heute die Post und die Pieper Buchhandlung. Eine Rollstuhlrampe mit Klingel befindet sich rechts neben dem Gebäude im Seiteneingang.

Wir gehen weiter zum unübersehbaren Brunnen mit der großen Statue vor der Ludwigskirche auf der Ostseite vom „Großen Markt“. Die Kirche steht östlich am Rande vom „Großen Markt“ und ist auch von innen sehenswert. An der Kirche befindet sich auch eine Infotafel zur Geschichte.

3. Rathaus und Touristeninformation

Gegenüber vom Brunnen Richtung Norden sehen wir das Rathaus mit dem Turm und der Uhr. Der Eingang zur Stadtverwaltung ist rechts am Gebäude an der Ecke zur Adlerstraße. Hier gibt es ein Tourist-Büro, das zu den normalen Geschäftszeiten geöffnet ist. Ein barrierefreier Eingang und ein Aufzug sind vorhanden.

Brunnen auf dem Großen Markt und Ludwigskirche im Hintergrund

4. Kasematten und “Längste Theke des Saarlandes”

Nun folgen wir der Adlerstraße rechts am Rathaus vorbei Richtung Norden zu den „Kasematten“. Auf dem Weg dorthin entdecken wir viele sehenswerte historischen Bauten, zu denen Infotafeln Auskunft geben. Die Kasematten sind Teil der alten Festungsanlagen der Altstadt. Sie wurden in den Jahren 1824 bis 1829 von den Preußen erbaut. Heute sind dort viele Bars und Kneipen, was den Backsteingebäuden den Spitznamen “Längste Theke des Saarlandes” einbrachte. Bei schönem Wetter kann man sich draußen einen Platz unter den Sonnenschirmen suchen, ansonsten sind hier aber leider keine Gaststätten zu finden, die voll rollstuhlgerecht sind.

5. Deutsches Tor

An der „Deutschen Straße“ befindet sich das historische „Deutsche Tor“. Neben dem rechten Tor an den „Kasematten“ ist auch eine große Infotafel angebracht. Eine goldene Krone steht auf der linken Straßenseite am Durchgang. Kanonen und Wappen zieren von der anderen Seite das „Deutsche Tor“ an der Kreuzung Anton-Merziger-Ring/ Deutsche Straße/ Holtzendorffer Straße und lassen keinen Zweifel an der militärischen Funktion der Anlage.

6. Bastion VI und Ravelin V

Unser Weg geht am „Deutschen Tor“ links weiter den Anton-Merziger-Ring entlang bis an die Kreuzung Vaubanstraße. Auf dem Weg dorthin ist auf der rechten Straßenseite die Bastion VI zu sehen, an der wir nachher wieder vorbei kommen. Wir überqueren an der Kreuzung Vaubanstraße den Anton-Merziger-Ring und blicken über den „Ravelin V“, dort finden zur Zeit noch Restaurationsarbeiten statt. Ein steiler gepflasterter Weg führt rechts hinauf auf einen Aussichtspunkt. Dieser Weg ist mit einem normalen Rollstuhl leider nicht befahrbar.

Blick auf die Bastion VI aus Richtung Anton-Merzig-Ring

7. Schleusenbrücke und Alte Saar

Folgen wir nun weiter dem Anton-Merziger-Ring zurück Richtung Holtzendorffer Straße, geht es vor der Kreuzung links runter zu einem Aussichtspodest am Ufer der „Alten Saar“ mit einer großen Infotafel und den Blick über das Geländer auf die „Alte Saar“ und die Schleusenbrücke Holtzendorffer Straße auch „Alte Saarbrücke“ genannt. Danach gehen wir weiter entlang des Anton Merziger Rings und biegen dann links auf die Schleusenbrücke Holtzendorffer Straße ab. Dort auf der Schleusenbrücke haben wir einen wunderbaren Blick beidseits der Brücke über den Saaraltarm.

Nun folgen wir der Holtzendorffer Straße weiter auf der rechten Straßenseite über die Brücke Richtung Saarlouis-Roden und biegen dann rechts in die Gaswerkstraße ab. Von dort blicken wir direkt über die „Alte Saar“ zur Schleusenbrücke und Richtung Innenstadt. Hier endet die erste Etappe.

Aussichtspodest an der Alten Saar

Winy hat noch mehr Tipps und Sehenswürdigkeiten für euch zusammengestellt, die ihr als PDF-Versionen anschauen und für eure Tour in Saarlouis als PDF herunterladen könnt:

Redaktion: Winfried Hoffmann | Zukunftswerkstatt Saar e.V. Dillingen/Saar
Fotos: Winfried Hoffmann | Winy Photo Art, 2017

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