Wie wird ein Event zu einer barrierefreien Veranstaltung, die alle besuchen können? Das Portal Ramp-Up.me der Berliner Sozialhelden liefert viele wertvolle Tipps und Lösungen – auch dafür, was Veranstalter*innen beachten sollten, wenn Personen mit Rollstuhl unter den Gästen sind.

Eine Veranstaltung barrierefrei gestalten kann man neuerdings mit Hilfe des Portals Ramp-Up.me. Die Website enthält praktische Tipps und Empfehlungen, was Organisator*innen für die Wahl des Veranstaltungsortes, die Gestaltung des Programms und bei der Kommunikation während des Events beachten sollten. Denn auch Menschen mit Behinderung haben ein Anrecht auf die Möglichkeit, eine Veranstaltung zu besuchen.

Für Teilnehmer*innen, die einen Rollstuhl nutzen, sind vor allem die baulichen Bedingungen und die Austattung des Veranstaltungsortes elementar: Gibt es einen stufenlosen Zugang? Komm ich mit meinem Rollstuhl in alle Räume? Sind rollstuhlgerechte Toiletten vorhanden? Veranstalter*innen werden daher auf www.ramp-up.me dazu angehalten, den Ort vorher bei Wheelmap.org auf Rollstuhlgerechtigkeit zu prüfen. Denn in der Markierung werden diese drei Kriterien bereits mit abgedeckt.

Auch die Mittagspause der Veranstaltung mitdenken

Neben der Frage, ob Stufen oder Treppen die Zugänglichkeit und damit vielleicht die volle Teilnahme an allen Angeboten behindern oder erschweren könnten, weist Ramp-Up.me auch auf viele nützliche Details hin: Zum Beispiel darauf, dass auch Türkliniken, Arbeitsmaterial und Essen und Trinken im Catering-Bereich erreichbar sein sollten. Denn manchmal passiert es, dass die Veranstaltung barrierefrei ist, zur Mittagspause aber Stehtische aufgestellt werden.

Von der Höhe ist dies für Menschen, die mit dem Rollstuhl unterwegs sind, nicht optimal. Sie werden gezwungen, den Teller auf den Schoß zu nehmen. Zugleich befinden sie sich auch nicht auf Augenhöhe zu den stehenden Gästen. Stehtische sind daher nicht nur unbequem, sondern hindern auch Rollstuhlfahrer*innen und Fußgänger*innen daran, eine entspannte Unterhaltung führen zu können.

Die Mission des Projekts Ramp-Up.me

Ramp-Up.me will außerdem Bewusstheit dafür schaffen, dass Barrierefreiheit auch auf vielen weiteren Ebenen stattfinden kann – zum Beispiel auch auf der inhaltlichen Ebene. Wenn Behinderung oder Barrierefreiheit Teil des Programms ist, dann sollten auch betroffene Personen auf ein Podium eingeladen werden, um eine authentische Perspektive zu vermitteln. Hier gilt der Grundsatz: „Nichts über uns ohne uns!“.

Diese und viele weiteren Informationen sowie Ansprechpartner*innen und Lösungen, um ein Event barrierefrei zu machen, gibt es auf Ramp-up.me. Das Ziel des Projektes der Berliner Sozialhelden, die Vielfalt der Gesellschaft auf den Podien und im Publikum abzubilden. Deshalb gibt es dazu auch jede Menge Kontakte und Infos auf dem Portal.

Als einen ersten, wichtigen Erfolg werten es die Macher*innen von Ramp-Up.me, dass Veranstalter*innen, die ein Event über das Business-Netzwerk Xing Events eingeben, auf den Aspekt der Barrierefreiheit hingewiesen werden. Denn dort kann man in der Beschreibung nun vermerken, ob eine Veranstaltung rollstuhlgerecht ist oder nicht.

Foto: Andi Weiland | OpenTransferCamp, für die redaktionelle Nutzung zur Verfügung gestellt durch: Gesellschaftsbilder.de

Mitarbeit: Svenja Heinecke

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