Etwa zwei Jahre haben Freiwillige in Halle (Saale) ihre Stadt bei Mapping-Aktionen auf ihre Rollstuhlgerechtigkeit geprüft. Etwa 120 Orte wurden dabei auf Wheelmap.org markiert. Nun wurden ihre Ergebnisse im Stadtführer „Halle im Perspektivwechsel“ veröffentlicht.

Die Stadt Halle (Saale) kann man nun auch mit dem Rollstuhl problemlos erkunden: mit Hilfe des Stadtführers „Halle (Saale) im Perspektivwechsel“, der rollstuhlgerechte Orte in verschiedenen Kategorien, wie Museen, Restaurants, Kirchen und Kinos auflistet.

Der Flyer bietet aber nicht nur Informationen für Besucher*innen Halles mit Mobilitätseinschränkung, sondern auch für alle anderen Bürger*innen – denn dort sind auch Arztpraxen und Behörden verzeichnet. Alle Orte, die in der Broschüre erwähnt wurden, sind natürlich auch auf der Wheelmap eingetragen worden.

Die ganze Aktion ist aus dem Projekt „Ehrenamt barrierefrei“ der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis hervorgegangen. Seit gut zwei Jahren haben Freiwillige daran gearbeitet, ihre Stadt in Punkto Rollstuhlgerechtigkeit zu erschließen. Etwa 120 Orte wurden dabei „gemappt“. Das Medieninteresse war rege; in der Mitteldeutschen Zeitung und bei TV Halle wurde die Aktion gefeatured.

Durchdachter Stadtführer für barrierefreies Halle

Das Projekt hat viele Hallenser*innen zusammengebracht: Behinderte und nicht-behinderte Menschen haben u.a. 2016 am Aktionstag „Gemeinsam für eine barrierefreie Stadt“ Orte auf Zugänglichkeit geprüft. Natürlich kommt so ein Projekt nicht nur Rollstuhlnutzer*innen zu Gute, sondern auch älteren Menschen und Familien, die mit Kinderwagen unterwegs sind.

Was uns besonders an dem Infomaterial gefällt: Die Macher*innen weisen konkret auf Vorgehensweisen hin, wenn der barrierefreie Eingang z.B. in einem Museum nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. So muss man keine Begleitperson vorschicken, um zu erfahren, wo der rollstuhlgerechte Eingang ist, sondern kann beispielsweise sofort zum Hintereingang gehen. Eine wirklich durchdachte Hilfe.

Die Mapper*innen berichteten zudem, dass die Geschäftstreibenden durch die Aktion zum Nachdenken gebracht wurden und die eine oder andere mobile Rampe anschaffen wollen.

Fotos: Marcus-Andreas Mohr / mam-foto studio & galerie, 2016

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